1.4057

X17CrNi16-2

Bei dem Werkstoff 1.4057 handelt es sich um einen nichtrostenden, martensitischen Chrom-Stahl, der über einen Nickelzusatz verfügt. Diese Art der Legierung führt zu einer besseren Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit – verglichen mit Chromstählen, die über einen Anteil von 13% Chrom verfügen. 1.4057 wird zumeist im vergüteten Zustand angeboten. Die Bildung von Chromkarbiden führt innerhalb des Stahls zu chromarmen Bereichen, was wiederum zu einem hohen Potenzial der interkristallinen Korrosion des Materials beiträgt.

Das Maximum an Korrosionsbeständigkeit gegenüber externen Einflüssen wird durch eine metallisch blanke Oberfläche erreicht. Die Möglichkeiten zur spanenden Bearbeitung ist vergleichbar mit denen anderer Edelbaustähle dieser Festigkeit.

Anwendungsgebiete von 1.4057

Aufgrund seiner Beständigkeit, der hohen Festigkeitswerte und guten Laufeigenschaften ist der 1.4057 auch für mechanisch stärker beanspruchte Maschinenteile wie Ventile, Pumpen- und Ventilwellen sowie Kompressorlaufräder geeignet und kann nach Rücksprache auch gemäß Druckgeräte-Richtline 97/23 EG eingesetzt werden.

Genutzt wird X17CrNi16-2 auch in:

  • Automobilindustrie
  • Chemische Industrie
  • Maschinenbau
  • Luftfahrt
  • Erdölindustrie/ Petrochemische Industrie

Verarbeitung

  • Spangebende Verarbeitung: Ja
  • Freiform- und Gesenkschmieden: Selten
  • Kaltumformung: Ja
  • Kaltstauchen: Nicht üblich
  • Polierbarkeit: Ja

Chemische Zusammensetzung

Chemische Zusammensetzung in Massenanteil % (nach DIN EN 10088-3)
C 0,12-0,22
Si 1,0
Mn 1,5
P 0,04
S 0,03
Cr 15,0 bis 17,0
Mo -
Ni 1,5 bis 2,5
N -
Cu -

Physische Eigenschaften

Dichte in kg/dm³ 7,7
Elektrischer Widerstand bei 20 °C in W 0,7
Magnetisierbarkeit vorhanden
Wärmeleitfähigkeit bei 20°C in W 25
spezifische Wärmekapazität bei 20°C in J 460
E-Modul in GPa bei
bei 20°C 215
bei 100°C 212
bei 200°C 205
bei 300°C 200
bei 400°C 190
bei 500°C
Mittlerer Wärmeausdehnungskoeffizient in 10-6K-1
20°C - 100°C 10,0
20°C - 200°C 10,5
20°C - 300°C 10,5
20°C - 400°C 10,5
20°C - 500°C

Mechanische Eigenschaften nach DIN EN 10088-3

Dicke t oder Durchmesser a Wärmebehandlungszustand Härtec 0,2% Dehngrenze d Zugfestigkeit d Bruchdehnungd Kerbschlagarbeit (ISO-V)
d
HBW Rp0,2 Rm A KV2
mm MPa*) MPa*) % J
max max min min min
(längs) (quer) (längs) (quer)
≤ 60 +QT800 - 600 800-950 14 - 25 -

Für größere Abmessungen müssen die mechanischen Eigenschaften bei der Bestellung vereinbart werden.

aFür Sechskantstäbe die Schlüsselweite.

b+A =geglüht, +QT = vergütet.

cNur zur Information.

dFür Walzdraht gelten nur die Zugfestigkeitswerte.

*)1MPa= 1 N/mm2.

Schweißbarkeit

1.4057 ist mit Schweißzusatzwerkstoff schweißbar.

Vorwärmen auf 100°-300°C ist notwendig, während des Schweißens muss ein Abkühlen unter 200°C vermieden werden. In Fällen in denen die Schweißnaht keine hohe Festigkeit aufweisen muss, verwenden Sie bitte den Werkstoff 1.4430 (ER 316 L Si) oder 1.4370 (ER 307 Si). In diesen Fällen ist kein Vorwärmen notwendig. Ohne eine zusätzliche Wärmebehandlung der Schweißnaht können die mechanisch-technologischen Werte stark unterschiedlich zu denen des Grundwerk-Stoffes sein.

Beim Schweißen unter Gas darf kein wasserstoff- oder stickstoffhaltiges Gas verwendet werden, da eine Verunreinigung des Schweißgutes mit Stick-oder Wasserstoff die mechanischen Eigenschaften ungünstig beeinflusst. Um eine adäquate Korrosionsbeständigkeit der Schweißnaht sicherzustellen, müssen. Anlassfarben zwingend chemisch oder mechanisch entfernt werden (Beizen/Schleifen).

Als Standardschweißverfahren für diese Stahlsorte kommen in Frage:

  • WIG
  • MIG Massiv Draht
  • MIG Fülldraht
  • Lichtbogenhand (E)
  • UP
  • Laserstrahlschweißen
Die Stähle lassen sich nach den genannten Schweißverfahren in allen Dicken unter Berücksichtigung der allgemeinen Regeln der Technik von Hand und automatisch verschweißen.